Hintere Ledergasse 25, Nürnberg

Die Hintere Ledergasse 25 ist schon das zweite Objekt, das wir für die Eheleute Ratzel sanieren. Wie schon bei der Sanierung des Objektes Hutergasse gestaltet sich auch hier die Zusammenarbeit mehr als angenehm. Es ist noch Einiges zu tun, damit im Juli die ersten Mieter das Objekt beziehen können. Packen wir’s an…

Das Gebäude wurde als traufständiger, dreistöckiger Fachwerkbau 1454 mit drei Dachgeschossen errichtet. Das Erdgeschoss war schon zur Erbauungszeit massiv aus Sandstein gemauert. Nachträgliche Eingriffe in die Bausubstanz und Feuchtigkeitsschäden haben zu erheblichen konstruktiven Schäden an dem Gebäude geführt. Das im 16. Jahrhundert umgebaute Dachtragwerk ist statisch nicht nachweisbar. Eine Standsicherheit war nur bedingt gegeben.

Konzept:

Das als Gaststätte mit Schlafräumen genutzte Gebäude stand leer. Die privaten Bauherren haben das Gebäude von den mit der Sanierung überforderten Vorbesitzern erworben. Sanierungsziel war es die Gasträume im Erdgeschoss zu revitalisieren und in den Obergeschossen geschossweise Wohnungen zu schaffen. Voraussetzung dafür war das instabile statische System so zu ertüchtigen, dass die Standsicherheit wiederhergestellt werden sollte, aber gleichzeitig die historischen Konstruktionen ablesbar erhalten sollten. Die Raumaufteilung war so in die bestehende historische Substanz zu integrieren, dass Eingriffe vermieden werden.

Gestaltung:

  • Fachwerksichtigkeit bleibt bis auf die Innenseiten der Außenwände erhalten
  • Die Innenwände erhalten eine monochrome Farbfassung
  • Durch die Aufdachdämmung bleibt die Konstruktion des historischen Dachstuhls sichtbar
  • Historische Details wie Außentüre, Treppe, Stuckdecken und Bohlenbalkendecken bleiben erhalten und werden restauriert
  • Restaurierung der Sandsteinfassade im Erdgeschoss
  • Die Raumschalen in der Bar im Erdgeschoss bleiben unsaniert sichtbar

Durch den Erhalt der historischen Raumstrukturen und Raumschalen werden individuell reizvolle Wohnungsgrundrisse geschaffen. Bei dem sensiblen Umgang mit der historischen Substanz bleibt in modernen Wohnungen zeitgeschichtliche Substanz erhalten und ablesbar. Das enorme Engagement der privaten Bauherrn erhält ein für die Stadt Nürnberg wichtiges Baudenkmal mit einer für das Quartier impulsgebenden Wirkung.

  • Kategorie

    Sanierung und Dachgeschossausbau

  • Bauherr

    Christine und Siegfried Ratzel, München

  • Highlights

    Die im Erdgeschoss entstehende Bar „Biene“ wird mit viel Liebe zum Detail von der Wirtin selbst eingerichtet.

    Eine der bei den archäologischen Grabungen freigelegten ehemaligen Gerbergruben wurde mit einem begehbaren Glas überdeckt und blieb daher als besonderer Blickfang erhalten.

  • Fertigstellung

    2016